Die WHO unterscheidet zwischen natürlichen Zuckern, die von Natur aus in Obst und Gemüse vorkommen und für die keine wissenschaftlichen Belege dafür vorliegen, dass ihr Verzehr gesundheitsschädliche Auswirkungen hat, und freien Zuckern, zu denen sowohl die Zucker gehören, die wir unseren Speisen hinzufügen, als auch jene, die von Natur aus in bestimmten Lebensmitteln und Getränken mit hohem Zuckergehalt enthalten sind.
Verschiedene Studien belegen, dass ein hoher Konsum dieser Lebensmittel mit einem erhöhten Risiko für Karies und anderen Erkrankungen wie Fettleibigkeit oder Diabetes verbunden ist.
Es hat sich gezeigt, dass ein Zuckerkonsum von mehr als 10 % der gesamten Kalorienzufuhr zu einer höheren Kariesrate führt als ein Konsum von weniger als 10 % der gesamten Kalorienzufuhr.
Weißt du aber, wie sich Zucker auf die Zähne auswirkt und wie man diese Auswirkungen vermeiden kann? Im Folgenden findest du alle Informationen dazu.
Wie wirkt sich Zucker auf die Zähne aus?
Wenn man zuckerhaltige Speisen oder Getränke zu sich nimmt, lagert sich ein Teil des Zuckers auf den Zähnen ab. Dieser dient den Bakterien, die natürlicherweise in der Mundhöhle vorkommen, als Nahrung und begünstigt deren Vermehrung sowie die Bildung von Zahnbelag.
Im Laufe der Zeit kann der Zahnbelag den Zahnschmelz schädigen und so zu Karies führen. Je mehr Zucker die Mundbakterien zur Verfügung haben und je schlechter die Mundhygiene ist, desto größer sind die schädlichen Auswirkungennicht nur auf die Zähne, sondern auch auf das Zahnfleisch.
Auswirkungen von Zucker auf die Zähne
Wie sich Zucker auf die Zähne eines Menschen auswirkt, hängt von zahlreichen genetischen und umweltbedingten Faktoren ab. Manche Menschen sind anfälliger für Karies, was sich noch verstärkt, wenn ihre tägliche Zuckeraufnahme hoch ist.
Andererseits wirken sich die Auswirkungen von Zucker auf die Zähne nicht sofort aus. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich die Bakterien vermehren und sich auf Zähnen und Zahnfleisch ablagern, wodurch sich der Zahnbelag bildet.
Hier sind die wichtigsten Auswirkungen von Zucker auf die Zähne:
Bildung von Zahnbelag
Zucker kann von den im Zahnbelag vorhandenen Bakterien leicht abgebaut werden, was deren Wachstum fördert und somit ihre Fähigkeit, die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch zu beeinträchtigen.
Wird der Zahnbelag nicht durch tägliches Zähneputzen und Mundhygiene ordnungsgemäß entfernt, lagern sich mit der Zeit die im Speichel enthaltenen Mineralien ab und bilden Zahnbelag – eine feste Struktur, die nur durch eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis entfernt werden kann.
Erhöhter Säuregehalt
Wenn der Zucker verbraucht wird, setzen die im Biofilm vorhandenen Bakterien Säuren als Hauptabfallprodukte ihres Stoffwechsels frei. Bei Kontakt mit dem Zahn greifen diese Säuren den Zahnschmelz an und schwächen ihn, was die Entstehung von Karies begünstigt.
Je länger die Zähne diesen Säuren ausgesetzt sind, desto stärker wird der Zahnschmelz entmineralisiert und geschwächt.
Entstehung von Karies
Da die von den Bakterien im Zahnbelag produzierten Säuren den Zahnschmelz und das Zahninnere zerstören, bildet sich im betroffenen Zahn eine Höhle, die als Karies bezeichnet wird.
Auch wenn es sich zunächst um eine leichte Schädigung handelt, kann sie sich, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, weiter ausbreiten und schließlich die tieferen Schichten des Zahns schädigen, was zu starken Schmerzen, Infektionen und sogar zum Verlust des Zahns führen kann.
Zahnfleischentzündung
Bakterien wirken nicht nur auf die Zähne ein, sondern befallen auch das Zahnfleisch.
Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) äußert sich durch Rötungen, Schmerzen und Schwellungen des Zahnfleisches, das beim Zähneputzen oder bei der Verwendung von Zahnseide leicht bluten kann. Durch die Beseitigung des Auslösers, in diesem Fall des Zahnbelags, lässt sich die Erkrankung rückgängig machen.
Zahnbruch und Zahnverlust
Die Kombination aller negativen Auswirkungen eines übermäßigen Zuckerkonsums mit unzureichender Mundhygiene kann zu Zahnbrüchen und sogar zum Verlust der Zähne führen.
Wenn der Zahnschmelz stark geschädigt ist, entstehen Risse, die schließlich zum Bruch des Zahns führen. Mit fortschreitender Zahnfleischentzündung wird auch die Zahnwurzel geschwächt, was schließlich zum Verlust der Zähne führt, wenn die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt wird.
Empfehlungen zur Verringerung der Auswirkungen von Zucker auf die Zähne
Um die negativen Auswirkungen von Zucker auf die Zähne zu vermeiden, ist es nicht notwendig, Zucker vollständig aus der Ernährung zu streichen. Eine der empfehlenswertesten Maßnahmen wäre es, den Konsum von freiem Zucker auf ein angemessenes Maß zu reduzieren und die folgenden Empfehlungen zu befolgen:
- Sich gesund und ausgewogen ernähren.
- Nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen.
- Ergänzen Sie Ihre Mundhygiene durch die Verwendung von Zahnseide, Interdentalbürsten und Mundspülungen.
- Vermeiden Sie es, zwischen den Mahlzeiten zu naschen, insbesondere wenn es sich um zuckerhaltige Lebensmittel handelt.
- Man sollte Limonaden, Säfte und andere zuckerhaltige Getränke nicht in übermäßigen Mengen konsumieren.
- Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt.

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