In der Mundhöhle leben normalerweise zahlreiche Mikroorganismen, die Teil der natürlichen Flora unseres Körpers sind. Zu ihnen zählen vor allem Bakterien, aber auch einige opportunistische Pilze wie beispielsweise Candida albicans, der Hauptverursacher der oralen Candidiasis bei Kindern und Erwachsenen.
Dieser kleine Pilz kommt in fast allen Lebensräumen unserer Umgebung vor, sogar in unserem Körper. Ob es zu einer Infektion der Mundschleimhaut kommt oder nicht, hängt von der Stärke des Immunsystems ab, das die Ausbreitung dieses und vieler anderer Mikroorganismen verhindert.
Was ist eine Mundsoor?
Auch als Soor bekannt, handelt es sich um eine Infektion im Mundraum, die durch die Vermehrung des Pilzes Candida albicans verursacht wird. Dieser opportunistische Mikroorganismus nutzt eine Schwächung des Immunsystems aus, um sich übermäßig zu vermehren, was zu einer Reihe charakteristischer Symptome führt.
Eine Mundsoor-Erkrankung äußert sich in Form von weißen Flecken im Mundraum, die Teile der Wangen und der Zunge bedecken. Der Pilz kann sich auch am Gaumen und am Zahnfleisch ansiedeln und sich bis in den Rachen ausbreiten.
Weitere häufige Symptome sind Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, ein Brennen auf der Zunge, ein starkes Mundtrockenheitsgefühl sowie Schwierigkeiten beim Essen aufgrund der Läsionen in der Mundhöhle.
Was sind die Ursachen für eine Mundsoor?
Unter normalen Umständen kommt der Pilz Candida albicans zwar natürlicherweise im Mund vor, doch das Immunsystem verhindert seine Ausbreitung, indem es ihn unter Kontrolle hält. Wenn jedoch die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers versagen, kann sich der Pilz vermehren und ausbreiten.
Eine Mundsoor ist nicht ansteckend. Sie ist durch das Auftreten cremig-weißer Beläge gekennzeichnet, die aufgrund der Schädigung des Gewebes unter diesen Läsionen leicht bluten können. Wenn das Immunsystem aufgrund einer Erkrankung geschwächt ist, breiten sich die Beläge rasch aus und bedecken den gesamten Mundraum.
Wer ist von einer Mundsoor-Infektion betroffen?
Eine Mundsoor-Erkrankung kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten oder noch nicht voll entwickelten Immunsystem, wie beispielsweise Säuglinge und ältere Menschen.
Darüber hinaus gibt es einige Risikofaktoren, die die Ausbreitung des Pilzes begünstigen könnten, indem sie die Schwäche des Immunsystems ausnutzen. Bei Erwachsenen, die an bestimmten systemischen Erkrankungen wie AIDS leiden oder sich einer Krebsbehandlung wie einer Chemotherapie unterziehen, treten diese oder andere Infektionen im Mund- und Zahnbereich häufig auf.
Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Steroide, Inhalatoren gegen Asthma oder zur Behandlung von COPD sowie die Einnahme von Antibiotika stört das Gleichgewicht der Bakterienflora, die das Mundgewebe schützt, und begünstigt das Wachstum von Candida albicans.
Diabetespatienten, deren Blutzucker nicht richtig eingestellt ist, haben zudem ein erhöhtes Risiko für Infektionen im Mundraum. Dies ist auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel zurückzuführen, der auch in den Speichel gelangt und so ein ideales Milieu für das Wachstum von Mundpilzen schafft.
Das Tragen von Zahnersatz, Mundtrockenheit und bereits bestehende andere Infektionen im Mundraum erhöhen das Risiko für eine Mundsoor-Erkrankung, von der vor allem ältere Erwachsene und Senioren betroffen sind.
Wie lässt sich eine Mundsoor-Infektion vorbeugen?
Der beste Weg, einer oralen Candidiasis vorzubeugen, besteht darin, auf die allgemeine Gesundheit des gesamten Körpers zu achten. Ein starkes Immunsystem ist entscheidend, um Infektionen aller Art zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es viele weitere Maßnahmen, die ergriffen werden können, um eine übermäßige Vermehrung der Pilze zu verhindern, die natürlicherweise in der Mundhöhle vorkommen.
Zähneputzen
Der beste Weg, jegliche Art von Mundinfektion zu vermeiden, ist eine gründliche Mundhygiene. Neben dem Zähneputzen tragen Zahnseide und Mundspülungen dazu bei, die Mundhygiene zu vervollständigen und eine Candidiasis unter Kontrolle zu halten.
Es ist sehr wichtig, sich nach jeder Mahlzeit gründlich die Zähne zu putzen, um Speisereste zu entfernen, die einen idealen Nährboden für das Wachstum von Mikroorganismen bilden – sowohl von Pilzen als auch von Bakterien, die für die Bildung von Zahnbelag verantwortlich sind.
Zuckerarme Ernährung
Der Verzicht auf Süßigkeiten ist eine weitere sehr wirksame Maßnahme zur Behandlung einer oralen Candidiasis. Bei Patienten mit Diabetes ist es unerlässlich, den Blutzuckerspiegel durch medikamentöse Behandlung und eine entsprechende Ernährung unter Kontrolle zu halten.
Behandlung von Mundtrockenheit
Xerostomie oder Mundtrockenheit begünstigt zudem das Wachstum von Mundpilzen. Befeuchtende Mundsprays, die Verwendung von für dieses Problem geeigneten Mundspülungen, Zahnpasten gegen Mundtrockenheit sowie andere Behandlungen wie Feuchtigkeitsgele für den Mund, verbessern den Komfort und den Schutz der betroffenen Patienten.
Pflege des Zahnersatzes
Wer zudem eine Zahnprothese trägt, sollte besonders vorsichtig sein. Jeden Abend vor dem Schlafengehen muss die Zahnprothese herausgenommen und gründlich gereinigt werden, um die Vermehrung von Pilzen zu verhindern, die in die Mundhöhle gelangen könnten.
Behandlung der oralen Candidiasis
Sollten trotz geeigneter Maßnahmen Symptome einer Mundsoor-Erkrankung im Mund auftreten, ist es unerlässlich, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen, um die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen.
Zur Behandlung dieser Infektion muss die Ursache des möglichen Grundproblems ermittelt werden. Darüber hinaus wird der Facharzt bei Bedarf ein Antimykotikum verschreiben, um den Pilz zu bekämpfen und das Gleichgewicht der Mundflora wiederherzustellen.
Regelmäßige Zahnarztbesuche alle sechs Monate tragen dazu bei, eine leichte Mundsoor-Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Wenn du zur Risikogruppe gehörst, solltest du unbedingt auf deine Mundgesundheit achten, um die Ausbreitung dieses und anderer krankheitserregender Mikroorganismen zu verhindern.

Wie kann man Mundtrockenheit lindern?
Welche Zahnpasta eignet sich am besten für empfindliche Zähne?
RDA in Zahnpasten: Was bei der Empfehlung zu beachten ist


